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Säure-Basen-Haushalt Teil 2


Was sind Säuren?

Damit ist nicht die sauer schmeckende Zitrone gemeint. Diese enthält ebenfalls Säuren, wird jedoch im Körper aufgrund ihres Mineralstoffgehalts basisch verstoffwechselt.

Säuren sind chemische Verbindungen, die in wässriger Lösung Wasserstoffionenabgeben. Säuren sind im Körper notwendig, da ihre Verbrennung zur Energiegewinnung dient.
Es gibt auch positive Säuren im Körper wie die Magensäure oder die Milchsäure im Darm, beide ein wichtiger Bestandteil für die Verdauung. Und wir nehmen gesunde Fruchtsäuren aus Früchten auf: sie fördern die Verdauung und die Bildung von Enzymen.
Säuren wirken u.a. anregend auf das Nervensystem. Durch zu viel Säure entsteht jedoch Unruhe und Nervosität. Binden sich Säuren vermehrt an das Hämoglobin im Blut, kann weniger Sauerstoff aufgenommen werden. Die Minderversorgung der Organe und Gewebe verursacht Erkrankungen.
Säuren, die für den Körper problematisch sind, sogenannte „schlechte Säuren“, entstehen während der Verstoffwechselung bestimmter Nahrungsmittel.
Beispiele für Säuren, mit denen wir unseren Körper täglich belasten:
  • Kohlensäure – Mineralwasser und Bewegungsmangel
  • Gerbsäure – schwarzer Tee und Kaffee
    • Koffein hemmt die Aufnahme von Eisen und erhöht die Ausscheidung von Kalzium und Magnesium
    • 1-2 Tassen Kaffee kann auch positive Wirkung haben. Bitterstoffe unterstützen den Magen, die Verdauung wird angeregt. Mehr sollte jedoch an einem Tag nicht getrunken werden. Bei Kaffee gibt es unterschiedliche Angaben zum PRAL*-Wert.
  • Phosphorsäure – Cola und andere Softdrinks
    • Kohlensäurehaltige Getränke enthalten oft Phosphate, die sich mit Magnesium zu unlöslichen Komplexen verbinden. Das gebundene Magnesium steht daraufhin dem Körper nicht mehr zur Verfügung.
  • Essigsäure – Weißmehlprodukte sowie gezuckerte Speisen und Getränke
    • Durch Zuckerkonsum wird Kalzium und Chrom verstärkt über die Nieren ausgeschieden.
  • Harnsäure – tierische Eiweiße
    • Ursache für Harnsäurekristalle, Gelenkprobleme wie Gicht
  • Schwefelsäure und Salpetersäure – Schweinefleisch
  • Schwefel- und Phosphorsäure – Getreideprodukte
  • Nikotinsäure – Zigaretten
  • Acetylsalicylsäure (ASS) – Medikamente, Schmerzmittel
  • Salzsäure – STRESS
  • Milch-, Harn- und Salzsäure – übertriebener Sport
  • Phosphathaltige Lebensmittel wie z. B. Wurstwaren, Schmelzkäse, Softdrinks etc. verschlechtern die Calciumresorption aus dem Darm.

 

Der PRAL-Wert (PRAL: Potential Renal Acid Load) ist ein häufig verwendeter Wert zur Beurteilung der säure- bzw. basenbildenden Wirkung von Lebensmitteln. Dieser Wert gibt die potentielle Säurebelastung der Nieren (bzw. die Säureproduktion) durch ein Lebensmittel an. Je höher der Wert, desto höher ist die Säureausscheidung über die Nieren. Lebensmittel mit negativem PRAL-Wert sind basenüberschüssig, gleichen Säuren aus und entlasten die Nieren somit. Je negativer der PRAL-Wert, desto mehr Säuren werden ausgeglichen.

 

Dann kommen noch Gifte hinzu, wie Schwermetalle (z.B. in Zahnfüllungen), Pestizide, Toxine, Lebensmittelzusatzstoffe, Körperpflegeprodukte mit synthetischen Inhaltsstoffen, Reinigungsmittel, Funk, Strahlenbelastung usw., die dem Körper ebenfalls schaden und zu einer Übersäuerung führen.

Selbst negative Gedanken, Bewegungsmangel oder übertriebener Sport setzen Säuren im Körper frei.

 

Worauf sollte bei der Ernährung also weitestgehend verzichtet werden?

Schlechte Säurebildner

  • Zucker und Süßigkeiten aus Industriezucker
  • Weißmehlprodukte wie helle Brötchen, Pizza, Nudeln,  Kuchen etc.
  • Fast Food, Fertigprodukte, Glutamat, zu viel Kochsalz
  • Schweinefleisch und Wurstwaren
  • Softdrinks wie Cola (stellen Sie sich vor, Sie würden Ihre Pflanze mit Cola gießen)
  • Zigaretten, Alkohol usw.

aber auch:

  • Fleisch und Eier aus konventioneller Landwirtschaft
  • Fisch und Meeresfrüchte aus konventioneller Aquakultur oder belasteten Regionen
  • Milchprodukte (Quark, Joghurt, fettarme Milchprodukte)
    • Ausnahme: Butter, Ghee und Bio-Sahne (sind neutral)
  • Kohlensäurehaltige Getränke

Gute Säurebildner

Auch wenn bei der Verstoffwechselung dieser Nahrungsmittel Säuren anfallen, liefern sie wertvolle Inhaltsstoffe für einen gesunden Körper. Daher werden sie bei einer basenüberschüssigen Ernährung empfohlen. Sie sollten jedoch nicht den Hauptteil der Mahlzeiten ausmachen, sondern ungefähr 20 %.

  • Bio-Getreide: Dinkel, Kamut oder Gerste in kleinen Mengen. Gekeimt als Keimlings-Brot/ Essener-Brot oder in Sprossenform sind sie wieder basisch
  • Hirse und Vollkornreis
  • Hafer und Haferflocken
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Erbsen etc.)
  • Kakaopulver (hochwertig: roh, ohne Zuckerzusatz)
  • Mais, Polenta
  • Nüsse
  • Ölsaaten (Leinsamen, Sesam, Kürbiskerne, Chia, Sonnenblumenkerne….)
  • pflanzliche Proteinpulver
  • Pseudogetreide (Quinoa, Amaranth, Buchweizen)
  • Bio-Eier
  • Fisch aus Bio-Aquakultur
  • Bio-Tofu, Miso

Hochwertige Fette und Öle gelten als neutrale Lebensmittel, wie z. B. das Kokosöl, das Leinöl, Kürbiskernöl, Hanföl, Olivenöl, Butter etc.

Dies sind säurebildende Mineralien:

Schwefel, Phosphor, Chlor, Fluor, Jod usw.

Zwei davon kennen Sie sicher von der Salzpackung. Speisesalz enthält oft Fluor und Jod. Es gibt jedoch gutes Steinsalz ohne Rieselhilfen und ohne zugesetztes Fluor oder Jod, dieses empfehle ich.

Was sind Basen?

Wenn von Basen oder basischen Mineralstoffen gesprochen wird, die zur Neutralisierung von Säuren gebraucht werden, dann handelt es sich um Mineralstoffe oder Mineralstoffverbindungen, die den pH-Wert von Wasser erhöhen können.

Basische Mineralien sind folgende:

  • Calcium
  • Magnesium
  • Natrium
  • Kalium
  • Eisen

 

Woher bekommt der Körper seine Basen?

Der Körper kann einen Teil der benötigten Basen selbst herstellen: der Magen produziert Natriumhydrogencarbonat (Natron/ Na2CO3) zum Schutz der Magenschleimhaut vor der Magensäure. Gleichzeitig wird ein Teil des Natrons ins Blut abgegeben und zu allen Organen, die gerade Bedarf an neutralisierenden Basen melden, weitergeleitet.

 

Den anderen Teil holt sich der Körper aus einer gesunden Ernährung. Das ist ausreichend, insofern wir einen sonst moderaten Lebens- und Ernährungsstil führen.

Grünes Blattgemüse, Obst( bitte nur reife Früchte!), Salate, Gemüse, Sprossen, Kartoffeln und Mandeln verfügen über einen besonders hohen Anteil an basischen Mineralstoffen.

Aber auch Lebensmittel die nicht eindeutig basisch sind, können dem Körper wertvolle basische Mineralien liefern.

Calcium und Magnesium zum Beispiel erhalten wir mit Nüssen, grünem Blattgemüse und mineralstoffhaltigem Wasser.

  • Magnesium hat zahlreiche Aufgaben im Körper und unterstützt u.a. die normale Nerven- und Muskelfunktion, den normalen Energiestoffwechsel und den Erhalt normaler Knochen und Zähne.
  • Calcium ist der Gegenspieler zu Magnesium und wird auch vor allem für die normale Muskelfunktion sowie für den Erhalt normaler Knochen und Zähne benötigt.

Kalium steckt besonders viel in Hülsenfrüchten, Gurken und Bananen.

  • Kalium ist mengenmäßig der wichtigste Mineralstoff in unserer Ernährung. Kalium unterstützt die normale Funktion von Muskeln und Nervensystem und die Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks.

Eisen liefern Trockenfrüchte, vor allem getrocknete Aprikosen und Ölsaaten wie Leinsamen, Chiasamen Kürbiskerne, Sesam etc. Genauso wie Haferflocken und Quinoa.

Lebensmittelfrische

Ein Problem der heutigen Zeit ist der konventionelle Anbau. In den Böden und somit auch in den Gemüsen steckt nur noch ein Bruchteil an Vitalstoffen und gleichzeitig mehr ungesunde Begleitstoffe wie Düngemittel, Pestizide und andere Umweltgifte.

Am besten wäre ein Garten mit eigenem Anbau, frisch und reif geerntet und direkt verzehrt ohne lange Transportwege  und ohne Lagerdauer.

Bei ungesunder Lebenshaltung erhöht sich der Mineralstoffbedarf und wir sollten nicht nur ausreichend basische Lebensmittel zu uns nehmen, sondern für eine gewisse Zeit auch den Körper mit zusätzlichen basischen Nahrungsergänzungen versorgen. Dabei ist darauf zu achten, dass es sich um Produkte natürlichen Ursprungs handelt.

Und dann gibt es da noch gewisse „Superfoods“, die einen erhöhten Gehalt an Vitalstoffen besitzen.

Mehr dazu, wie man seinen Tag basisch gestalten kann, erfahren Sie in Teil 3.