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Honig – mehr als ein Süßungsmittel


Honig – ein Naturprodukt

Honig lässt sich vielseitig zum Süßen einsetzen: in Tee, Aufstrichen, Desserts oder Salatsaucen, in Kuchen und Gebäck oder zum Glacieren von Lachs und Wildgerichten.

Früher war Honig ein alltägliches Nahrungsmittel, diente den Wikingern bei der Schifffahrt zur Stärkung und den Römern als Kräftigung vor Kämpfen. Er versüßte den Menschen ihre Speisen und fand seine Anwendung zu Heilzwecken. Bis die Industrie den Zucker auf den Markt brachte und den Honig etwas verdrängte.

Heute geht man dahin zurück, Honig als natürlichen Zuckerersatz zu verwenden.

Der Zuckergehalt im Honig liegt bei rund  80 %. Davon sind etwas mehr als die Hälfte Fruchtzucker (Fruktose) und die kleinere Hälfte Traubenzucker (Glukose). Zudem teilen sich diese beiden Einfachzucker in viele unterschiedliche Zuckermolekülarten auf, die alle unterschiedlich ins Blut strömen und den Blutzucker im Gegensatz zu Haushaltszucker nicht mit einem Mal erhöhen.

Neben dem Zucker besteht Honig noch aus Wasser und sehr vielen weiteren gesunden Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Mineralien, Antioxidantien, Aminosäuren, Pollen und Enzymen. Um einen Vorteil aus den Vitaminen und Mineralien zu ziehen, müsste man schon große Mengen an Honig verzehren, was wiederum zu viel Zucker für unseren Körper wäre.

Doch die Enzyme stellen einen großen gesundheitlichen Vorteil dar.

Enzyme im Honig

Die Bienen sammeln zunächst den Blütennektar oder Honigtau in ihrem Honigmagen und bringen ihn zu ihren Waben im Bienenstock. Dort pumpen sie ihn wieder hoch und übergeben ihn den anderen Arbeitsbienen, die ihren Honigmagen damit füllen. Dabei werden dem Nektar körpereigene Enzyme beigemischt, die den Honig später so wertvoll machen.

Enzyme sind sogenannte Stoffwechselbeschleuniger (Katalysatoren). Damit ist nicht nur der Verdauungsstoffwechsel gemeint, sondern jegliche Verarbeitungs-Prozesse, Abbau- und Aufbauvorgänge im Körper.

Durch bestimmte Enzyme wird der Mehrfachzucker im Honig zu Einfachzucker verarbeitet, wodurch er für uns Menschen leichter verdaulich ist.

Andere Honigenzyme beschleunigen die Wundheilung. Daher wird das flüssige Gold gerne äußerlich auf der Haut angewendet.

Zudem wirkt Honig antiseptisch. Die Bienen setzen bei der Produktion das Enzym Glucose-Oxidase hinzu. Dieses Enzym sorgt dafür, dass aus dem Zucker im Honig permanent in kleinen Mengen Wasserstoffperoxid entsteht, ein wirksames Antiseptikum.

So hat sich die Verwendung von Honig bei kleineren Wunden, Hals- oder Hautproblemen, Magen-Darmbeschwerden oder Pilzinfektionen seit langem bewährt.

Den höchsten Gehalt an gesundheitsfördernden Enzymen besitzt der Manuka-Honig, der sogar zu schuldmedizinischen Zwecken eingesetzt wird.

Tipp: Achten Sie darauf, Honig nicht über 40 Grad Celsius zu erhitzen, da die gesundheitsfördernden Enzyme sonst zerstört werden. Möchten Sie einen Kuchen damit süßen, liegt ihr Fokus vermutlich eher beim Genuß als beim Gesundheitswert und somit eignet sich der Honig auch hierfür als natürliches Süßungsmittel.

Wenn Sie Ihren Tee mit Honig süßen, lassen Sie das Heißgetränk erst etwas abkühlen und rühren dann den Honig unter.

Worauf beim Kauf achten

Haltbarkeit

Es sollten keine Zusatzstoffe enthalten sein. Da der Zucker den Honig haltbar macht, benötigt es keine weiteren Haltbarkeitsmittel. Das enthaltene Wasser darf 20 % nicht übersteigen, sonst erhöht sich die Gärungsfähigkeit des Honigs und vermindert die Haltbarkeit und es ist ein Hinweis darauf, dass der Honig mit Wasser gestreckt wurde. Dies wäre laut Deutscher Honigverordnung nicht zulässig.

Naturhonig oder industrieller Honig

  • Naturbelassenen Honig füllt der Imker aus den geschleuderten Waben direkt ins Glas ab. Dabei kann der Honig kristallisieren, also weiße sogenannte Ausblühungen bilden, und eine feste Konsistenz bekommen.
  • Industriell produzierter Honig wird in der Regel aus verschiedenen Honigen gemischt. Sie werden erwärmt und gerührt, um eine einheitliche, streichfähige Konsistenz zu erreichen. Doch dadurch gehen Frische und Naturbelassenheit verloren.

Herkunft

 Honigempfehlung

Der Deutsche Imkerbund hat für seine Honige hohe Maßstäbe angesetzt, die weit über die Anforderungen der EU-Verordnung für Honig hinausgehen. Beim Gütesiegel „Echter deutscher Honig“ muss der Honig ausschließlich in Deutschland produziert werden und naturbelassen sein. Das heißt, dem Honig darf nichts entzogen oder hinzugefügt werden. Zum Beispiel dürfen honigeigene Bestandteile wie Pollen nicht herausgefiltert werden. Er darf zudem nicht wärmebehandelt sein.

Andere Honige haben auf ihrem Etikett stehen: „Mischung aus Honigen aus EU – und Nicht-EU-Ländern“ . Eigentlich sollte eine genaue Länderherkunft angegeben werden, doch sobald eine Honig-Mischung aus verschiedenen Ländern besteht, darf diese Formulierung verwendet werden.

Der Nachteil von Import-Honig sind die weniger strengen Richtlinien. In der Regel wird er pasteurisiert (auf mindestens 75°C erhitzt), um ein Kristallisieren des Honigs zu vermeiden.

Cremig gerührt oder flüssig

Wenn der Honig aus den Waben entnommen, geschleudert und in Eimer abgefüllt wird,  ist er immer flüssig. Erst danach fängt er an zu kristallisieren bzw. fest zu werden. Die Imker rühren daher den Honig regelmässig in schonendem Verfahren um und erhalten mit der Zeit einen cremig gerührten und streichfähigen Honig.

Diese Zuckerkristalle bilden sich je nach Zuckerzusammensetzung unterschiedlich. Je mehr Traubenzucker (Glucose) enthalten ist, desto mehr kristallisiert der Honig und er wird fester.

Honige mit viel Fruchtzucker wie beispielsweise Akazienhonig enthalten sehr viel Fructose und weniger Glucose und sind somit von Natur aus flüssig.

Waldhonig ist länger flüssig und beginnt erst später mit der Kristallisation. Das heißt jedoch nicht, dass der Honig schlecht wird, wenn sich in Ihrem Waldhonigglas zuhause Kristalle bilden.

Tipp: Um den harten kristallisierten Waldhonig wieder flüssig zu bekommen, geben Sie die benötigte Menge einfach in ein Wasserbad und erwärmen ihn unter Rühren auf maximal 40 Grad.

Industriell gefertigte Honige werden häufig erhitzt und bleiben dadurch flüssig. Achten Sie beim Kauf darauf, dass es „echter deutscher Honig“ ist und (kalt) geschleudert.

Welche Sorten gibt es?

Im Wesentlichen unterscheiden sich die verschiedenen Honigsorten nach Herkunft, Gewinnungsarten, Geschmack und Farbe.

Blütenhonig oder Honigtauhonig

Für den Blütenhonig sammeln die Bienen den Nektar aus Blüten. Meist fliegen die fleissigen Insekten dabei nur eine Blütensorte an, zum Beispiel Raps oder Lindenblüten.

Häufige Sorten von Blütenhonig sind

Akazienhonig

Dieser Honig hat eine hellgoldene Farbe und schmeckt angenehm mild, sodass er sich besonders gut zum Süßen von Tee oder zur Zubereitung von Soßen eignet.

Lavendelblütenhonig

Meist stammt Lavendelblütenhonig aus der Provence in Frankreich. Er ist cremig und hellgelb und mit würzigem-blumigen Geschmack. Lavendelhonig wirkt beruhigend und eignet sich gut am Abend in den Tee.

Rapshonig

Im Frühjahr gehört der gelb blühende Raps zu den wichtigsten Trachtenpflanzen. Rapshonig hat ein sehr mildes Aroma, besitzt eine weiße Farbe und ist von der Konsistenz schön cremig oder fest.

Sommerblütenhonig

Der Nektar stammt von verschiedenen Blüten. Zum Beispiel einer Sommerblumenwiese. Bienen fliegen so lange nur eine Blütensorte (Tracht) an, bis diese erschöpft ist. Nicht jeder Honig ist deshalb sortenrein, sondern kann auch eine Mischung sein.

Honigtauhonig hingegen wird – wie der Name es verrät – aus Honigtau gewonnen, der zum Beispiel von Blatt- und Schildläusen gebildet wird. Die Insekten ernähren sich von dem Saft verschiedener Pflanzen und scheiden die überschüssige Flüssigkeit in Form von Honigtau wieder aus. Auf den Blättern, Nadeln und Zweigen bleibt so ein klebriger Film zurück, welchen die Bienen aufsaugen und im Bienenstock zu Honig verarbeiten. Zu dem Honigtauhonig gehören unter anderem Tannenhonig, Waldhonig und Blatthonig. Im Gegensatz zum Blütenhonig ist der Honigtauhonig eher dunkel in der Farbe und würzig-herb im Geschmack.

Tannenhonig

Der Tannenhonig stammt von der Weißtanne, welche vor allem im Schwarzwald und im Schwäbischen und Bayerischen Wald zu finden ist. Der Honig hat ein kräftig-harziges Aroma und eine grünlich-schwarze Farbe. Weißtannenhonig bleibt mehrere Monate, manchmal sogar jahrelang, flüssig.

Blatthonig

Der Blatthonig stammt von Laubbäumen wie der Eiche und dem Ahorn. Sein Aroma ist sehr kräftig und leicht karamellig.

Honigtauhonige weisen meist mehr Mineralstoffe auf als Blütenhonige. Dunkle Honige enthalten auch mehr Flavonoide (Pflanzenfarbstoffe) als helle. Diese haben antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften und tragen ebenso wie die Enzyme zur Genesung bei.

Schon gewußt

Dem Ausspruch „Fleißig wie die Bienen!“ kommt in China eine ganz neue Bedeutung zu: Im Reich der Mitte zeigen sich die Auswirkungen des Bienensterbens so deutlich, dass die Tiere und deren Bestäubungsleistung mittlerweile von Menschen simuliert werden müssen. In Scharen schwärmen hier nicht mehr Insekten, sondern Menschen in Richtung Obstplantagen aus und bestäuben dort die Blüten per Hand.

Fazit:

Ein maßvoller Umgang mit Honig ist sinnvoll. Um gesundheitliche Vorteile zu bewirken, braucht es nur wenige Löffel,  dafür sollte es hochwertiger, regionaler Bio-Honig sein. Für den Schutz der Bienen vor dem Aussterben ist dies ebenso wichtig.

Bienen gehören zu den wichtigsten Nutztieren, denn sie versorgen uns nicht nur mit Honig, sondern bestäuben auch rund 80 Prozent der heimischen Wild- und Nutzpflanzen. Für die Herstellung von 500 Gramm Honig besuchen die kleinen Bestäuber bis zu zwölf Millionen Blüten. Wer regionalen Honig kauft, trägt deshalb zum Fortbestand der heimischen Bienenpopulation bei und leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt eines gesunden Ökosystems sowie zur Funktionsfähigkeit der örtlichen Landwirtschaft. (Quelle: smarticular.net)

Wenn Sie selbst etwas für den Insektenerhalt tun möchten, finden Sie hier eine Anleitung für selbst hergestellte Nistplätze für Bienen, Hummeln und weitere Insekten: https://www.zukunftleben.de/insektenwuerfel-selbst-gestalten/.