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Heißhunger auf Süßes


Haben Sie oft Heißhunger auf Süßes (Schokolade, Eis, Gummibärchen…)  oder kohlenhydratreichen Lebensmitteln aus Weißmehl wie Brötchen, Kuchen, Kekse, Nudeln oder Pizza?

Und anschliessend plagt Sie ein schlechtes Gewissen oder Sie fühlen sich müde, schlapp und antriebslos?

Natürlich ist es leichter, bei Hunger zu schnell verfügbaren Lebensmitteln zu greifen statt sich erst mal lange in die Küche zu stellen und ein gesundes Gericht zu kochen. Zeit scheint heutzutage allgemein Mangelware zu sein.

Doch gibt es weitere Gründe, warum wir dringend etwas Süßes essen möchten, Hunger auf Kuchen bekommen oder lieber ein Weißmehl-Brötchen zu uns nehmen, statt das Vollkornbrot zu wählen.

Thema Blutzuckerspiegel

Zucker, Weißmehl, daraus hergestellte Lebensmittel und gezuckerte Getränke bestehen aus schnell verfügbaren Kohlenhydraten. Das bedeutet, dass sie schnell verdaut sind und viel Zucker im Blut eintrifft. Der Körper schüttet sehr viel Insulin aus, um den Zucker (die Kohlenhydrate) möglichst schnell aus dem Blut weiterzubefördern. Und wir haben ruckzuck Energie verfügbar.

Doch  ist diese Energie ruckzuck wieder verbraucht. Der Blutzuckerspiegel fällt schnell wieder ab und das Gehirn meldet erneut Bedarf nach Kohlenhydraten an.

Übrigens: Kaffee hat auch einen enormen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel! Ebenso andere koffeinhaltige Getränke. Der Energiekick beruht nur auf dem Koffein und nicht auf Nahrung die satt macht. Kurz nach dem Genuss fällt unser Blutzuckerspiegel und wir bekommen Hunger.

Tipp:

Haben Sie mal beobachtet, wie lange Sie satt sind, wenn Sie morgens eine Scheibe Vollkornbrot essen statt dem Weißmehlbrötchen? Oder ein ausgewogenes Müsli mit Haferflocken, Nüssen und Samen statt Smacks oder Cornflakes etc.?  Längerkettige Kohlenhydrate aus Vollkorn erhöhen den Blutzucker nur langsam und  lassen ihn nur langsam wieder sinken. So gehen Sie schnellen Heißhunger-Attacken aus dem Weg.

Durst

Viele Menschen verwechseln Hunger mit Durst. Oder greifen zu gesüßten Getränken und werden davon nicht „satt“.

Versuchen Sie bei jedem Heißhungergefühl erst mal ein Glas Wasser zu trinken.

Darmprobleme

Unsere Darmflora besteht aus vielen kleinen Mikroorganismen, den Darmbakterien. Diese helfen uns bei der Verdauung der Nahrung und schützen uns gleichzeitig vor Krankheitserregern. Diese Darmbakterien ernähren sich vor allem von gesunden Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Ballaststoffe und gesunden Kohlenhydraten. Auch sie geben ein Signal weiter, was unserem Gehirn Hunger meldet.

Ernähren wir uns sehr zuckerhaltig, geben wir unguten Bakterien eine Nahrung und Lebensgrundlage. Das sind zum Beispiel sogenannte Darmpilze. Je mehr Zucker, Fast Food etc, eintrifft, desto schneller vermehren sich diese „Mitesser“. Und melden ebenso ein Heißhungergefühl, allerdings nicht nach Gemüse!

Um den Darm gut zu pflegen, benötigt er ausreichend Ballaststoffe (dieser wirken wie ein Besen, der den Darm reinigt). Besonders geeignet sind hier zum Beispiel Flohsamenschalen, Leinsamen, Weizenkleie, Gemüse, Salat und vieles mehr.

Probiotische Lebensmittel wiederum liefern unserem Verdauungssystem viele dieser positiven Mikroorganismen. Sie kennen das vielleicht als Milchsäurebakterien (Lactobazillus) von Joghurt (hier bitte auch ohne Zucker wählen und lieber frische Früchte dazu geben).

Noch effektiver sind fermentierte Lebensmittel, z.B. Sauerkraut. Oder Kanne Brottrunk.

Gesunde Darmbakterien lieben übrigens Mandeln. Das ist nicht nur für sie ein tolles Futter, sondern liefert uns gleichzeitig Magnesium, Calcium, B-Vitamine, gesunde Fettsäuren und Proteine sowie Ballaststoffe!

Stress als Auslöser

Stress verbraucht jede Menge Energie. Und sehr viel Magnesium. Daher haben wir bei Stress vor allem Appetit auf Schokolade. Diese liefert zum einen schnell verfügbare Energie durch den Zucker. Zum anderen stecken in Kakaobohnen jede Menge Magnesium. Doch bei der Verstoffwechselung von Zucker wird wieder viel Magnesium und andere Mineralstoffe verbraucht, so dass uns der Schokoriegel kein bisschen weiterhilft.

Gesündere Süßigkeiten wären in stressigen Momenten z.B. Energiekugeln (siehe auch Vitalstoffmangel). Oder Studentenfutter, dass Sie sich selbst aus Nüssen, Trockenfrüchten und Kakaonibs zusammen mischen. Kakaonibs enthalten alle wertvollen Inhaltsstoffe der Kakaobohne (siehe Tipps bei diesem Rezept)

Emotionen/ Glücksgefühl

Stress kann jedoch auch emotionales Essen auslösen.

Denn Essen und vor allem süßes Essen wird von vielen Menschen als Belohnung oder zur Beruhigung eingesetzt. Stehen wir enorm unter Druck, greifen wir gerne mal zur Tüte Gummibärchen, Marschmallows oder der Eispackung.

Vielleicht haben Sie auch als Kind zur Belohnung Süßes bekommen, wenn Sie brav waren, eine gute Note mitgebracht haben oder einfach so. Dann belohnen Sie sich vielleicht auch heute noch damit.

Zudem stecken in Kakao und Zartbitterschokolade sogenannte Neurotransmitter. Sie regen die Serotoninproduktion an und lösen ein Glücksgefühl in uns aus.

Haben wir gerade Ärger vom Kunde oder Chef bekommen, hilft uns so ein tröstendes Glücksgefühl oft weiter.

Tipp: Sport löst auch solche Glückshormone in uns aus. Nach einer Trainingseinheit fühlen wir uns super und haben meist eher Appetit auf Gesundes. Also lieber mal um den Block joggen in der Mittagspause oder abends ein paar Übungen machen, statt Chips vor dem Fernseher zu knabbern.

Ansonsten ist sehr wichtig, seinen Stress zu reduzieren bzw. auszugleichen und mit mehr Gelassenheit die Dinge anzugehen.

Vitalstoffmangel

Der Körper meldet normalerweise ein Hungergefühl, wenn ihm etwas fehlt. Oft geben wir ihm dann das Falsche. Zum Beispiel eine Pizza. Die macht zwar satt, doch sie liefert so gut wie keine Vitalstoffe.

Deswegen haben wir anschliessend noch Hunger auf etwas Süßes oder fühlen uns nicht voll Energie sondern müde.

Die meisten Mängel sind: Magnesium und Mineralstoffe (Chrom, Mangan, Zink…), B-Vitamine, Proteine.

Kakao enthält viel Magnesium, aber auch Calcium, Zink und Eisen. In Kombination mit Nüssen erhalten wir noch die B-Vitamine, Proteine und gesundes Fett. Ein gesunder Snack ist ein Shake aus Bananen, Kakao und Mandelmilch. Oder Nüsse einfach so knabbern. Energiekugeln oder –Bällchen  sind eine ganz tolle Möglichkeit, den kleinen Heißhunger zwischen drin zu stillen, danach haben wir neue Energie ohne uns „voll“ zu fühlen.

Heisshunger-Attacken sollen auch ein Hinweis auf einen Mangel der beiden Spurenelemente Chrom und Vanadium sein, da ein solcher Mangel zu niedrigem Blutzuckerspiegel und infolgedessen gesteigertem Verlangen nach Zucker führen kann.

Chrom findet sich z. B. in Linsen und Vollkorn, Vanadium in Buchweizen, Sojabohnen, Spinat, Petersilie, Olivenöl und schwarzem Pfeffer.

Heißhunger auf Salziges

Wenn Ihre Gedanken immer wieder zu besonders salzigen Nahrungsmitteln schweifen, dann ist das ein deutlicher Hinweis. Ihnen fehlen wichtige Mineralstoffe (Natrium, Kalium…), die Sie sich problemlos aus salziger Nahrung und Wasser wiederholen können. Empfehlenswert sind da Oliven, Essiggurken oder Selbstgekochtes mit gutem Salz statt Chips und Fast Food.

Bitterstoffe gegen Heisshungerattacken auf Süsses

Ißt man bei Lust auf Süßes Bitterstoffe statt Zuckerkram, so verliert sich der Zuckerhunger.

Bitterstoffe sind bevorzugt in Wildpflanzen und Kräutern enthalten, aber auch in der Schale mancher Früchte und Gemüse, Endiviensalat, Chicorée, Kurkuma und vielem mehr.

Ein extra  Tipp, um nach dem Essen nicht noch Heißhunger auf ein Dessert zu haben:

Kochen Sie vielfältig, kombinieren Sie süß mit salzig, bitter und scharf. Geben Sie zum Lachs mal Honig oder ans Müsli etwas Ingwerpulver…Seien Sie kreativ und mischen sie bei Obst und Gemüse möglichst viele Farben miteinander.

Und dann ist da noch die Macht der Gewohnheit 🙂 ….